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Mittwoch, 12. Januar 2011

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wir schrauben noch:
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Samstag, 17. April 2010

Abschied von Indien (neu!!!!)
















Der goldene Tempel in Amritsar (2.Teil)


Unterwegs haben wir viele Tempel, Forts und Sehenswürdigkeiten gesehen und uns mit vielen Religionen beschäftigt.


Dabei hat uns die Religion der Sikhs besonders gefallen. Der Sikhismus wurde vor etwa 500 Jahren gegründet als Alternative zum Kastenwesen der Hindus und dem frauenfeindlichen Islam. Regional haben sich die meisten Sikhs im Punjab im Nordwesten Indiens angesiedelt, zwischen dem viel später islamischen Pakistan und den meisten Hindus im restlichen Indien. Ihr Heiligstes ist der goldene Tempel in Amritsar, also direkt an der indisch–pakistanischen Grenze.


Die Sikhs haben offiziell kein Kastensystem, weshalb viele Unberührbare der Hindus die Religion wechseln. Sikhs schneiden sich sämtliche Körperhaare nicht. Als Erkennungsmerkmal tragen die Männer einen Turban und haben meist einen langen Bart. Die Jungs erkennt man an den „Schlumpfmützen“, unter der Beule verbirgt sich der Zopf.


Bereits bei der Ankunft in Indien haben wir die Farbenvielfalt und die Offenheit im goldenen Tempel bewundert. Zwischenzeitlich wissen wir, dass dies wahrscheinlich die einzige Sehenswürdigkeit Indiens ist, für die man keinen Eintritt bezahlen muss.


Mehr noch, Pilger - egal welcher Religion - können hier umsonst schlafen und essen. Finanziert wird dies alles über Spenden und die ehrenamtliche Mitarbeit unzähliger Gläubiger.


Diesmal wollen wir schmecken, wie eine der größten Küchen der Welt funktioniert. Es herrschen hier sehr hohe hygienische Anforderungen, damit die 60.000 Essen täglich nicht ungewollte Nebenwirkungen haben. So werden die Essensplatten und das Besteck gleich mehrfach von Hand gespült. Allein in der Spülküche sind richtig viele Ehrenamtliche aktiv.


Am Eingang zum Essensbereich wird uns eine Platte, ein Becher und Besteck aus Edelstahl in die Hand gedrückt. Es geht die Treppen hoch, anderen Hungrigen hinterher. Oben wird gewartet. Durch die Fenster können wir schon die Organisation beobachten. Der Hunger unserer Vorgänger ist gestillt, sie verlassen den großen Saal. Sobald dieser leer ist, wird der Boden mit einer großen Kehrmaschine (deutsche Marke!) nass gereinigt.


Dann wird’s spannend. Die Türen werden geöffnet und die Rennerei geht los. Wir haben schon berichtet, dass Inder nicht anstehen können, sondern immer und überall drängeln.

So auch hier: wir kämpfen uns in den Saal, finden zwei Plätzchen nebeneinander – man isst hier auf Matten sitzend auf dem Boden.

Neben uns findet ein junger Inder Platz, der sich als Brahmane, also Hindu der höchsten Kaste, vorstellt. Er lebt in Amritsar und kommt hier ohne Skrupel oft zum Essen hin.


Sobald die meisten sitzen, wird im Blitztempo das Essen aus großen Eimern verteilt. Die beiden Gerichte: Dal (ein scharfer Linseneintopf), Alu-Gobi (Kartoffel-/Blumenkohl) und Reis werden mit Schöpfern aus großen Eimern auf die Platten verteilt. Die Becher werden mit Wasser gefüllt. 4 Helfer eilen dafür nach einander durch die Reihe. Kurz darauf bringt ein fünfter Chapati, das unentbehrliche Fladenbrot, für die Einheimischen Besteckersatz.


Das Essen ist richtig lecker. Wir lassen uns beide nachfüllen, obwohl das Essen auf dem Boden für uns Mitteleuropäer nicht besonders gemütlich ist.


Kaum ist die Platte leer, öffnen sich die Türen und wir verlassen mit den anderen 100en Leuten den Saal. Das Geschirr geben wir am Ausgang direkt vor der Spülküche ab. Hier können wir auch die größten Töpfe bewundern, die wir je gesehen haben und das ohrenbetäubende Geklapper in der Spülküche hören.


Es ist schon dunkel, wir wandern um den See, warten darauf, bis die heiligen Bücher in der täglichen Zeremonie „ins Bett“ gebracht werden.


Doch auch danach wird es nicht ruhiger. Man hat das Gefühl, dass der Strom der Pilger nicht abbricht. Es ist ein stetiges Kommen und Gehen, quasi rund um die Uhr werden im heiligen Wasser des Sees die ritualisierten Waschungen vorgenommen. Unter den Arkaden am Rand schlafen schon viele Pilger, obwohl es große Schlafsäle gibt.


Doch beim Gedanken, jetzt im Bulli zu schlafen, melden sich sämtliche Schweißdrüsen…

Deshalb legen uns auch ans Wasser, beobachten Pilger, Schlafende und Badende und: schlafen natürlich prompt ein.


Als ich um 1.00 Uhr morgens aufwache, hat sich nichts verändert. So beobachte ich wieder Menschen, die kommen und gehen, schlafen, sich umziehen und baden. Es ist immer ein Erlebnis, Gläubige zu beobachten, wenn sie den Kopf kurz unters Wasser tauchen oder sich aufwändig umziehen.


Die Herren baden meist in Unterhose, aber mit Turban! Für Frauen entdecken wir spezielle „Badehäuser“, in denen sie unbeobachtet im Teich plantschen können.


Ich bewundere Thomas, der hier seelenruhig direkt auf dem Boden schläft. Ich kann weder sitzen noch liegen, mir tut jetzt alles weh. Deshalb entscheide ich mich, um den See herumzulaufen. Nach einigen Metern nimmt die Geschäftigkeit, es ist zwischenzeitlich gegen 2.00 Uhr, deutlich zu.


Viele Menschen, mit Eimern und Schiebern bewaffnet, rollen Teppiche zusammen, wecken Schlafende, schütten das Wasser aus dem See auf den Boden und beginnen mit riesigen Schiebern und Tüchern mit Großputz. Beim Gehen muss ich aufpassen, dass ich nicht plötzlich mitten im Wasser stehe.


Eigentlich wäre dies nicht besonders schlimm, immerhin baden viele in diesem Wasser. Trotzdem oder gerade deshalb vertraue ich dem Wasser nicht besonders. Einen Zu- oder Ablauf haben wir noch nicht entdeckt und die Wasserqualität erinnert nicht gerade an ein deutsches Freibad.


Dann beginnen die typischen Gesänge wieder, die hier – fast rund um die Uhr – live gesungen in jeden Winkel der Tempelanlage übertragen werden.


Thomas ist wach, als ich wieder zurück komme. Er wurde geweckt, bevor auch unser Schlafplatz geflutet wurde.


Wir kämpfen uns – wie schon gesagt, Schlange stehen gehört nicht zu den Stärken der Inder – über den Steg zum goldenen Tempel. Dort ist nur noch ein schmaler Gang für die Gläubigen frei. Fast jedes Plätzchen, das sich zum Sitzen eignet, ist belegt. Alle warten auf das heilige Buch. Doch auch wir können hier kurz in Ruhe die Atmosphäre genießen. Bis nach einer Weile die Müdigkeit siegt, es ist zwischenzeitlich ungefähr halb vier. Wir nicken nicht als einzige ein.


Kaum wieder draußen beginnt die morgendliche Zeremonie um das heilige Buch, die wir jetzt natürlich auch erleben wollen. Das Buch muss wieder in den Tempel zum Vorlesen.


Gegen 5.00 Uhr krabbeln wir in unser Bullibett.


Diese Nacht im goldenen Tempel war unser Abschied vom Subkontinent,

von Armen und Reichen,

von bettelnden Kindern, Alten und Kranken,

von Wüste, Sand, Strand und den Bergen,

von Shiva, Ganesh und wie die Hindu- Götter noch heißen,

von Kamelkarren und Tuk-Tuks und diesem unbeschreiblichen Verkehr,

von tollen Gerüchen und Gewürzen,

von leckerem Essen und vielen Farben

kurz: von Indien!


Donnerstag, 31. Dezember 2009

Goa


Seit dem 23.12. sind wir in Goa, dem vorläufigen Ziel unserer Reise. 2 Tage verbringen wir in Nord-Goa bei Deutschen, die hier jeden Winter wohnen. Wir werden sogar zum Essen am Heiligen Abend eingeladen und haben viel Spass bei leckeren Prawns (grosse Krabben) mit viel Knofi.

Danach fahren wir zu DEM Overlander-Treffpunkt: Agonda Beach. Hier streitet ein Investor seit 20 Jahren mit der Regierung um ein halbfertiges Hotel. Das Gelände verwaltet laut Schild ein Gerichtsvollzieher für die Bank of Bombay. Wichtig ist nur, dass man an den Strand fahren und stehen kann. Ab und zu kommt jemand und kassiert von jedem 50 Rupies. Es gibt ein Restaurant direkt nebenan, Kloi ist also gesichert, Wasser auch. Es sammeln sich bis Sylvester 16 Wohnmobile, eine sehr nette und bunt gemischte Gruppe bildet sich.

Die ersten Tage hier sind erholsam, das Wetter wolkig, wir brauchen keine Creme, morgens gleich nach dem Aufstehen schwimmen, danach schonen, schonen, schonen.

Gekocht wird oft gemeinsam, ein junger holländischer Koch zeigt sein Können. Krönung soll eine Paella am Sylvesterabend werden- mit Black Snapper, 4 kg Prawns und einem vor unseren Augen geschlachteten Huhn, natürlich auch echter Saffran, Basmatireis und viel Gemüse sowie roter Chillie.

Wir müssen nur aufpassen, dass die Kühe nicht vor uns essen!

Einen guten Rutsch wünschen wir allen daheim und unterwegs aus Goa, 31 Grad, blauer Himmel, leichter Wind, Weisswein und Brut Sekt im Kühlschrank- besser gehts nicht.

Samstag, 31. Oktober 2009

Iran- 3 Wochen da

Tja, so haben wir uns den Iran nicht vorgestellt, aber der Reihe nach:

Nach 2 Tagen wolle Christin eigentlich wieder raus, scheinbar unloesbare Probleme tuermten sich vor uns, Menschen schauten uns permanent an, teils verstohlen, meist neugierig offen, manche kichernd. Viele Frauen ganz in schwarz, obwohl das hier nicht vorgeschrieben ist.

Viel Freundlichkeit der Iraner machte uns optimistisch und siehe da: Die Probleme waren gar keine mehr. Die Sprache Farsi bleibt uns zwar ueberwiegend unzugaenglich, es findet sich aber fast immer ein hilfsbereiter Perser, der ausreichend Englisch spricht. Meist genuegt es, eine Weile in den Lonely Planet, unseren Reisefuehrer zu schauen, schon eilt jemand herbei..."do you need help?"

Das Bild, das Iran nach aussen abgibt, ist Unfug und den Iranern unangenehm. Einer der ersten Saetze lautet fast immer: Trennt bitte Regierung und Iraner, wir sind nicht so, wie alle denken.

Wie wahr. Die Iraner sind auch anders, als die Regierung das moechte. Es gibt zahlreiche Vorschriften, um die sich kein Mensch zu kuemmern scheint. Satellitenfernsehen, Alkohol, Anschnallpflicht, ueberhaupt alle Verkehrsregeln, Gebote und Verbote, die Iraner leben und kuemmern sich nicht drum.
Embargo (ausser Lebensmitteln und Medikamenten duerfte nichts aus dem Westen geliefert werden): Nicht zu merken, es gibt alles. Es wird halt extra verdient beim Import, meist ueber Dubai.

Wir haben niemanden gefunden, der ein gutes Haar an der Regierung laesst, allerdings sprechen wir ja auch nur englisch, unsere Kontakte sind nicht zwingend repraesentativ.

Inzwischen haben wir soviel schoene Erlebnisse gehabt und liebe Menschen kennengelernt, dass wir uns auf naechstes Jahr und einen weiteren Besuch hier freuen. Iran im Fruehling, Blumen und gruen, da werden wir wahrscheinlich mehr als 30 Tage bleiben wollen und Visa verlaengern lassen.

In 5 Tagen geht es durch Pakistan. Auch da - von aussen schrecklich - sicher ganz anders, wenn wir da sind. Wir haben Email-Kontakt mit 2 Schweizern, die gerade durchfahren. Deren Berichte klingen gut, teilweise putzig. Die Polizei gibt sich grosse Muehe mit Touris, wir werden wohl rund um die Uhr Personenschutz geniessen.